A-Cafe: Dessert - Kann aktive Desillusionierung befreiend sein?

Wo: Sielwallhaus
Wann:07.05.17 um 15:00 Uhr
Was:Vortrag
Kurz:Tief in unserem Herzen wissen wir alle, dass die Welt nicht `gerettet` werden wird. - Buchvorstellung + Diskussion

Die Hoffnung auf das große Happy End verletzt Leute – sie bereitet den Weg für den Schmerz, den sie spüren, wenn sie desillusioniert werden.

Mal ehrlich, wer von uns glaubt wirklich daran? Wie viele sind an dem Aufwand, den fundamental religiösen Glauben an eine positive Transformation dieser Welt mit der uns umgebenden Lebensrealität in Einklang zu bringen, zerbrochen?

Desillusioniert zu sein – in Bezug auf die Weltrevolution / auf unsere Möglichkeit, den Klimawandel zu stoppen – sollte jedoch nicht dazu führen, dass wir unsere anarchistische Überzeugung ändern oder unsere Liebe zur Natur aufgeben. Es gibt immer noch viele Möglichkeiten auf wilde Freiheit.

Weltweit sterben mehr Menschen durch Selbstmord als durch Kriege oder zwischenmenschliche Gewalt¹ ...

Unsere Leben können schöner, freier und wilder als das alles hier sein, und als Anarchist*innen geben wir unser Bestes, sie auch dazu zu machen – und das nicht in einem auf ewig verschobenen postrevolutionären Himmel, sondern heute.
Falsche Einheit mit autoritären sozialen Kräften schwächt uns nur.

Wie sehen einige dieser Möglichkeiten aus und wie können wir sie leben?

Nach einer Vorstellung des Buches, wollen wir den Versuch wagen mit dir/euch in den Austausch über anarchistische Handlungsoptionen zu kommen, welche uns die Gegenwart anbietet.

¹ J.Phillips, Trauma, Repair and Recovery (Oxford University Press, 2008, S.5)

15:00 veganer Kuchen+Cafe // 16:00 Beginn Lesung/Vorstellung

Buchbeschreibung bei Black Mosquito:

Wie können durch unaufhaltbaren Klimawandel, wachsende Überwachung und die Ausweitung (und den Rückgang) der Zivilisation Freiheit und Wildheit möglich oder unmöglich werden? Desert ist ein provokantes, zivilisationskritisches Buch, das die Themen Umwelt(schutz), Globalisierungskritik und Anarchismus zusammenbringt. Es zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft, findet im kleinbäuerlichen Leben in Afrika ein alternatives Anarchismus- und Lebensmodell und fordert zum aktiven Widerstand gegen »Überwachungsstaaten und Sicherheitskultur« auf.

Während Staaten Probleme schaffen, die nur mit ihrer Hilfe gelöst werden können, legt Desert anschaulich Lösungsansätze abseits von Naturschutzprogrammen dar. Der Blick auf neue Perspektiven bleibt positiv: Er zeigt, was es bedeutet, Anarchist*in und Umweltschützer*in zu sein, wenn weder die globale Revolution noch weltweite Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen.

Das Setzen von kurzfristigen Zielen und die gegenseitige Unterstützung sind nur zwei der zahlreichen Vorschläge, die das Buch zu einer anregenden und motivierenden Lektüre machen.

https://black-mosquito.org/lesen/desert-9068.html