Feministische Psychiatriekritik

Wo:Alhambra/Oldenburg
Wann:22.06.17 um 19:30 Uhr
Was:Vortrag
Kurz:Vortrag von Peet Thesing

Das Thema Psychiatriekritik ist schon lange aus dem Blickfeld von
Feminist*innen verschwunden. ›Helfende‹ Maßnahmen werden nicht (mehr)
gesellschaftskritisch analysiert, auch psychiatrisch-medizinische Ansätze
werden nicht auf ihre strukturelle Bedeutung hin befragt – Geschichte scheint
es in der Psychiatrie nicht zu geben.

Dabei sind viele Fragen offen: Wie eigentlich entstehen ›psychische
Krankheiten‹ in dieser Gesellschaft? Wie wird zwischen krank und gesund
(nicht) unterschieden? Wird Homosexualität tatsächlich nicht mehr als
Krankheit betrachtet? Womit wird psychiatrische Gewalt begründet? Welche Rolle
spielen legale Drogen und Therapien? Hört die feministische Forderung “My
body, my choice” bei Essstörungen und Selbstverletzungen auf?

In der vorliegenden Einführung werden psychiatrische Ansätze aus einer
gesellschaftskritischen Perspektive hinterfragt. Dabei orientiert sich die
Autorin am Wissen Psychiatrie-Erfahrener. Es geht um die Trennung zwischen
gesund und krank, um die Entstehung von Diagnosen, um Homosexualität und
Hysterie und die Macht der Gutachten. Es wird beschrieben, wie psychiatrische
Gewalt funktioniert; Fesselungen und die Verabreichung von Medikamenten werden
dabei ebenso analysiert wie psychische Zugriffe.

Im Anschluss an den Vortrag wird es Möglichkeit zum Austausch und zur
Disskusion geben.”