Fun Fare

Wo:ERLE 31 (ehemals Grüner Zweig)
Wann:28.02.18 um 20:00 Uhr
Was:Konzert
Kurz:synth & guitar-driven experimental pop-Krautrock aus Leipzsch

vorher ab 19 Uhr KüfA

https://funfare.bandcamp.com/album/trifles-events-are-your-concern

Fun Fare heißt das seit knapp drei Jahren betriebene Experimental-Pop-Labor von Friedrich Günther, Julia Boehme, Joseph Heinze und Jakob Zander, in dem die vier LeipzigerInnen eine eigene Zusammenfügung verschiedener musikalischer Ansätze versucht und ausgefeilt haben. Im Vermischen und Destillieren ihrer jeweiligen Einflüsse entzieht sich die Band stetig möglichen Erwartungen und Vermutungen. So werden etwa krautige Meditationen von Synthpop-Einlagen durchfunkt und diese bald wieder durch Post-Punk-Wellen umspült, ohne dass hier nur beliebige Fährten gelegt würden – eher klingt das Ganze wie ein Experiment unter kontrollierten Bedingungen oder ein durchdachter Bau mit einem spontanen Anschein. Im Herbst 2015 nahmen sie ihr Debütalbum „Wrong Gong“ auf, das im Februar 2016 als Tape bei Hartnack Rec. erschien, und spielten Shows mit Candelilla, Soft Grid, Friends Of Gas und Priests. Zuletzt erschien auf dem Berliner Label Flennen eine Split-EP mit der Berliner Post-Punk-Gruppe Plattenbau – ebenfalls auf Kassette und digital – und teilten sich beim TransCentury Update Festival im Leipziger UT Connewitz die Bühne mit u.a. John Maus, Alex Cameron und Thurston Moore Group.
Auf “Trifles & Events Are Your Concern” zeigen FUNFARE, dass es keine Weggabelung von Pop oder Experiment geben muss, an der man sich fu?r eine Route zu entscheiden hätte, sondern dass planlose und planvolle Herangehensweisen sich in Interaktion bringen lassen, sodass sich das oft steife Pop-Korsett lockert oder die ziellose Exkursion in konkrete Bahnen kanalisiert wird. Die Stu?cke auf dem neuen Album können als Ergebnis des oben beschriebenen Versuchs der Vereinigung von Pop und Experiment gesehen werden und sind dennoch keine schematisch erarbeiteten Konstrukte geworden. Vielmehr klingt die Band auf dem neuen Album so, als wu?rden ihre Einfälle ihr fast gänzlich im spontanen Zusammenspiel kommen. Es treten immer wieder Details und Elemente an die Ohren, die zeigen wie präzise ausgearbeitet die acht neuen Songs doch sind und wie viele einzelne Ideen in ihnen zusammengegart und konserviert wurden. FUNFARE ru?cken mit dieser Verbindung von Spontanität und Akribie in die Nähe von anderen Experimental-Popgruppen wie Stereolab, Lower Dens oder den TourkollegInnen Soft Grid, welche sich ebenfalls Momenten dessen, was man heute ru?ckblickend Krautrock nennt, bedienen und diese
in synthesizer- und gitarrengetriebene Experimental-Pop-Formate zuru?cku?bersetzen. Sie eignen sich die Freiheitsräume an, die diese musikalische Bewegung einstmals eröffnet hatte, und isolieren die Ergebnisse ihrer Versuche und Experimente aber immer wieder erfolgreich, um sie nicht ins Uferlose geraten zu lassen.