Lesekreis kritische Wissenschaft
ganz woanders!
1,2,3,4. Freitag im Monat um 16 Uhr

Das Studium an einer modernen Universität folgt dem Imperativ, eine nützliche Wissenschaft zu erlernen. Über was auch immer aus den Bereichen Natur und Gesellschaft dort geforscht und gelehrt wird, stets geht es (auch) um die Frage wie es zur Gewinnemacherei der Unternehmen, der Organisation der politischen Gewalt oder überhaupt dem gesellschaftlichen Zusammenleben beiträgt und wie diese Einrichtungen im Zweifelsfall besser zu beherrschen wären. Kritik ist, abgesehen von den notorischen Zweifeln, ob all die Einrichtungen wirklich immer die guten Aufgaben erfüllen, die man ihnen zuschreibt, von einer solchen Wissenschaft eher nicht zu erwarten. Eine Analyse der gesellschaftlichen Zwecke, die diese begründen würde, stünde zu ihrem konstruktiven Charakter in einem erkennbaren Gegensatz. *Ort: GW2 B1700 Uni Bremen*

Das Studium an einer modernen Universität folgt dem Imperativ, eine nützliche Wissenschaft zu erlernen. Über was auch immer
aus den Bereichen Natur und Gesellschaft dort geforscht und gelehrt wird, stets geht es (auch) um die Frage wie es zur
Gewinnemacherei der Unternehmen, der Organisation der politischen Gewalt oder überhaupt dem gesellschaftlichen Zusammenleben
beiträgt und wie diese Einrichtungen im Zweifelsfall besser zu beherrschen wären. Kritik ist, abgesehen von den notorischen
Zweifeln, ob all die Einrichtungen wirklich immer die guten Aufgaben erfüllen, die man ihnen zuschreibt, von einer solchen
Wissenschaft eher nicht zu erwarten. Eine Analyse der gesellschaftlichen Zwecke, die diese begründen würde, stünde zu ihrem
konstruktiven Charakter in einem erkennbaren Gege

Der Tatendrang einiger Unzufriedener, die sich nicht einverstanden erklären mit der kapitalistischen Ökonomie, dem Staat, der
die Dauerhaftigkeit dieser Ökonomie mit seiner Gewalt garantiert und dem nationalistisch verdorbenen Geisteszustand des
entscheidenden Teils der Bevölkerung, hat allerdings auch seine Heimat an der Universität. Er betätigt sich als Protest, der
hier mal eine Gesetzesinitiative durchzudrücken und dort mal ein klimaschädigendes Unternehmen zu schädigen versucht. Dass
eine ernsthafte Absage an kapitalistische Verhältnisse es aber erfordert, sich theoretisch – und praktisch erst recht – mit
der kompletten bürgerlichen Welt anzulegen, mit all den Notwendigkeiten und Gepflogenheiten des Konkurrierens, an denen
moderne Menschen sich aufreiben und ihre Funktion in diesen und für diese Verhältnisse praktizieren, und mit all den
Vorstellungswelten geistig aufzuräumen, die dieser Lebensführung einen Sinn geben, das scheint auch hier kaum geläufig. Eher
wähnt man sich auf der sicheren Seite der Sicherheit, dass echt herzensgute Menschen sowieso kaum guten Gewissens für diese
Verhältnisse sein können.

Eine wissenschaftliche Befassung damit, wie diese Gesellschaft beschaffen ist, welche Prinzipien sie zusammenhalten und
insofern eine Kritik der verschiedenen Arten, sich geistig wie praktisch hier einzurichten und ein Leben lang damit zu
kämpfen, es sich einigermaßen angenehm zu machen oder das zumindest einzureden, nimmt sich der Lesekreis Kritische
Wissenschaft vor. Es ist eine offene Diskussionsrunde, die sich immer über neue Gesichter freut und sehr einstiegsfreundlich
gehalten ist.

Kontakt: kriwi@asta.uni-bremen.de

Ort: GW2 B1700 Uni Bremen