AntiBa - Der Barbarei entgegentreten!

Wo: ganz woanders!
Wann:23.01.19 um 18:10 Uhr
Was:Vortrag
Kurz:Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus. Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Seit fünf Jahren explodieren Dumpfbackentum und Gewalt. 2014
skandierten erstmals seit 1945 wieder Massenaufmärsche in Deutschland
“Tod den Juden!” Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und
Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie
zusehends zusammenführt. Weltweit häufen sich djihadistische
Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen, auf Symbole von
Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die
einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen.

Doch damit nicht genug. Schon bald nach dem kurzlebigen
“Sommermärchen” von 2015 offenbarte sich im kollektiven
Herbeiphantasieren einer angeblichen “Flüchtlingskrise” eine tief
sitzende Menschenfeindlichkeit großer Teile der deutschen
Mehrheitsbevölkerung. Kaschiert wird sie mit der Floskel, “wir”
könnten ja schließlich “nicht alle aufnehmen”. Ein rassistischer und
gewalttätiger Mob agiert gegen Geflüchtete und wirkliche oder
eingebildete MuslimInnen. Die AfD rückt immer weiter nach rechts und
nimmt protofaschistische Züge an. Sie verliert deswegen nicht etwa an
Zustimmung, sondern treibt die anderen Parteien vor sich her. Das
funktioniert, weil auch deren Basis zu nicht geringen Teilen anfällig
für derlei “Gedankengut” ist. Die konformistisch rebellierenden
Marktwirtschaftsinsassen, die ihre Identität aus der “ehrlichen
Arbeit” beziehen, wähnen sich von dunklen Bösewichten bedroht. Nicht
nur dort, wo ihre vermeintlichen Heilsbringer bereits regieren, wie in
Polen oder Ungarn, wird Rechtsstaatlichkeit immer unverfrorener
unterhöhlt. Darauf verweisen u.a. die in Deutschland geplanten
Polizeiaufgabengesetze.

Protofaschisten rühmen sich ihres angeblichen Kampfes gegen
Islamisten. Doch in Wirklichkeit sind sie deren enge Seelenverwandte.
Dies offenbart nicht zuletzt ihr gemeinsamer Antifeminismus und
Antisemitismus. Jede Verharmlosung des einen oder des anderen dieser
scheinbaren Kontrahenten verbietet sich kategorisch. Antifa, das ist
ihr unschätzbares Verdienst, will in Zeiten, in denen leider keine
Aussicht besteht, die Verhältnisse grundsätzlich zum Tanzen zu
bringen, wenigstens den allerschlimmsten und barbarischsten Kräften in
den Weg treten. Wer um ein Minimum an Menschenwürde und um
Mindestvoraussetzungen für eine irgendwann vielleicht doch noch
gelingende Emanzipation kämpfen will, muss sich der anschwellenden
Barbarei in all ihren Facetten entgegenstellen. Vor welchen
Herausforderungen theoretischer wie praktischer Art steht
Antifaschismus heute? Wie hilfreich und wie problematisch ist die so
genannte “Islamdebatte”? Wie tauglich sind Begriffe wie “Islamismus”,
“Islamophobie” oder “Islamkritik”? Was hat djihadistischer Terror mit
dem Islam zu tun – und was mit der kapitalistischen Moderne? Warum
konnten viele Linke nicht über “Köln” reden? Wie ist ein
emanzipatorischer Anspruch inmitten einer zunehmend verrückter
werdenden Umgebung aus moslemhassenden Sarrazindeutschen,
tatsachenresistenten Linken, Nazis und Djihadisten zu formulieren? Wie
kann er praktisch werden?

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Aktionstage “Never Again!”
gegen faschistische und autoritäre Tendenzen statt.*

Datum: Mittwoch 23. Januar

Uhrzeit: 18:10

Ort: Campus Wechloy der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Raum: W01 0-005

Adresse: Carl-von-Ossietzky-Straße 9-11, 26129 Oldenburg

Koordinaten: 53.152012, 8.166381

Link zur Veranstaltung im AStA-Terminkalender:
https://asta-oldenburg.de/event/antiba-gegen-die-barbarei-antifaschismus-in-zeiten-von-djihadismus-und-pegida-von-lothar-galow-bergeman
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