Queering Naturschutz II – Oder: How pink is green?

Wo:Infoladen Bremen
Wann:09.09.19 um 19:30 Uhr
Was:Vortrag
Kurz:

Im Zuge sogenannter sozio-ökologischer Krisen wird viel über die
Erfassung, Bewertung und vor allem den ‚Schutz‘ von ‚Natur‘ diskutiert.
Mein Vortrag konzentriert sich auf die Beobachtung, dass in den
Naturschutzdebatten in Deutschland hierbei zunehmend auf ‚Wildnis’ und
‚Natur Natur sein lassen‘ als Denk- und Handlungsprinzipien Bezug
genommen wird.

Ich untersuche Interviews mit
Wissenschaftler*innen,
Entscheidungsträger*innen/Führungspersonen in Naturschutzpolitik,
-administration und Schutzgebietsverwaltung und
praktisch vor Ort tätige Menschen (z.B. Ranger*innen)

im Nationalpark Bayerischer Wald und im Nationalpark Schwarzwald. Beides
sind Gebiete, die sich eben jenes Motto ‚Natur Natur sein lassen‘, mit
dem Ziel ‚Wildnis‘ entstehen zu lassen, auf die Fahne geschrieben haben.
Der Fokus meiner Analyse liegt auf dem Verständnis der Interviewten von
‚schützenswerter‘ ‚Natur‘. Genauer gesagt untersuche ich die
Auswirkungen von Rassismus, Sexismus und Queer-Feindlichkeit,
einschließlich selbstverständlich der „Kreuzungen“ (Kimberlé Crenshaw)
dieser Diskriminierungsformen, auf die Verständnisse der Interviewten
von ‚schön’, ‚wertvoll’ und ‚bewahrensswürdig’. Welche ‚Natur‘(-körper)
werden als (un)erwünscht betrachtet? Welche Naturdynamiken als ‚normal‘/
‚natürlich‘/ ‚gesund‘? Welche Prozesse sollen überwacht bzw. sogar zu
unterbunden werden? Was kann dies beispielsweises für unterschiedliche
Weiblichkeiten* bedeuten? Welche Assoziationen zwischen der ‚wilden‘
‚Natur‘ der Nationalparks und queeren Körpern lassen sich ableiten?